Freitag, 03. Sep. 2010 Suche  |   Kontakt  |   Impressum

Profil

Moderne Grundwassermodellierungsprogramme bieten heute neben ausgereifter Numerik, GIS-Kopplung und Visualisierungtechniken auch hochwertige Parameteroptimierungswerkzeuge, mit denen schnell eine schöne Anpassung der gerechneten an die gemessenen Systemwerte (GW-Stände, Konzentrationen, Temperaturen) erreicht werden kann. Ob diese automatisch optimierten Parametersätze eindeutig sind und die Wirklichkeit richtig wiedergeben, ist allerdings nicht von vorneherein sichergestellt, da es viele Kombinationen von Parameterverteilungen und Randbedingungen geben kann, die zum gleichen Ergebnis führen. Statistische Methoden können oft nicht weiterhelfen, da die zur Verfügung stehende Datendichte meist zu gering ist. Dem hydrogeologischen Modellansatz unter Verwendung aller zur Verfügung stehenden Informationen kommt damit eine herausragende Bedeutung zu.

Der Arbeitskreis ?Hydrogeologische Modelle?, gegründet im Jahr 1995, hat hierfür Arbeitshilfen entwickelt. Der Leitfaden ?Hydrogeologische Modelle?, der sich an Auftraggeber, Ingenieurbüros und Fachbehörden in der Grundwasserwirtschaft wendet, bietet eine Hilfestellung zu den Fragen der Modellerstellung von Auftragsvergabe, Datengrundlage, Modellierungsprozess bis hin zur Qualitätssicherung.

Um die grundlegenden Ansätze bei der Erstellung eines Hydrogeologischen Modells zu verdeutlichen und an konkreten Beispielen aufzuzeigen, wurden in dem 2002 erschienenen Band 2 ?Hydrogeologische Modelle - Ein Leitfaden mit Fallbeispielen? Fallbeispiele präsentiert, an denen exemplarisch die Vorgehensweise bei der Modellerstellung behandelt wird. In ihm werden auch Hydrogeologische Modelle vorgestellt, die ohne ein numerisches Modell zu wichtigen Aussagen kommen. Thematisch sind diese Fallbeispiele so ausgewählt, dass sie, ausgehend von unterschiedlichen Fragestellungen und unterschiedlichen hydrogeologischen Gegebenheiten; das Problem der hydrogeologischen Modellentwicklung für verschiedene räumliche Ausdehnungen beleuchten.

Zurzeit arbeitet der Arbeitskreis Hydrogeologische Modelle an der Vertiefung der bisherigen Leitfäden in punkto Datenansprache und -bewertung und in punkto Entwicklung eines adäquaten Modellkonzepts. Insbesondere soll die für die Qualität der Modellbildung so wichtige Nutzung von ?A Priori Informationen? - wie die Kenntnis der regionalen Hydrogeologie bzw. die Verwendung von geologischen Prozesskenntnissen - dargestellt und systematisiert werden. Die Möglichkeiten zur Nutzung der ?A Priori Informationen? sollen für die einzelnen Entwicklungsschritte des Hydrogeologischen Modells anhand von kurzen Fallbeispielen beschrieben werden, um den Prozess der Überführung der Natur in ein adäquates Modell detailliert herauszuarbeiten.